Nachbarschaftsstreit 

Nachbarschaftsstreit

Nachbarschaftsstreitigkeiten haben sich in Deutschland so weit hochgeschaukelt, dass sich derzeit die deutschen Gerichte überdurchschnittlich oft mit dem Thema Nachbarschaftstreit beschäftigen müssen.
Es gibt sogar Fernsehsendungen, die genauestens protokollieren, in welche Extrema ehemalig befreundete Nachbaren fallen können.

Gesetzliche Regelungen

Interessanterweise suchen viele Menschen die Gerichte auf, obwohl nur manches gesetzlich geregelt ist. Oftmals muss ein Richter über Einzelfälle entscheiden, und das Urteil ist dann eine Ermessenssache des Richters, und der Ausgang ungewiss.

Gesetz oder kein Gesetz?

Es gibt einige Teilbereiche, in denen sich über Jahre die Gerüchte halten, dass man bestimmte Dinge seinen Nachbarn verweigern darf, oder dass es jährlich einmalige Sondergenehmigungen für besondere Anlässe gibt:

  • Geburtstag feiern

  • Oft hört man, dass man das Recht hat ein Mal im Jahr Geburtstag zu feiern.
    Dabei steht nirgendwo im Gesetz geschrieben, dass man an seinem Jahrestag feiern darf. Grundsätzlich darf jeder feiern, jedoch gilt die allgemeine Regel, dass man nach 22 Uhr keine lauten Geburtstage feiern darf, da es sonst zu einer Ruhestörung kommen kann.

  • Zuhause grillen

  • Grillt man in Maßen zuhause auf dem Balkon oder auf der Terrasse, dann wird es vor dem Gericht für die Kläger, meistens Nachbarn oder Hauseigentümer, schwierig nachzuweisen, dass 'zuviel' gegrillt wird.

  • Garten Allerlei

    1. Heruntergefallene Früchte
    2. Fallen Früchte von Nachbars Baum oder Strauch herunter in den angrenzenden Garten, dann sind die Früchte vom Gesetz her Eigentum des Gartenbesitzers, wo die Früchte hingefallen sind.

    3. Herüberragende Zweige
    4. Ein Gartenbesitzer darf laut Gesetz verlangen, dass in einer gesetzten Frist herüberragende Zweige entfernt werden.
      Wird die Frist vom Nachbarn nicht eingehalten, dann darf man die Zweige selber entfernen.

    5. Eingedrungene Wurzeln
    6. Wurzeln sind ein Sonderfall und dürfen immer entfernt werden, wenn diese in 'fremdes' Terrain eingedrungen sind.

  • Häuserabstand und Bäume

  • Genauestens rechtlich geregelt ist auch der Abstand von Häusern bis zur Grundstücksgrenze oder zu Gebäuden des Nachbarn.

    Gleiches gilt für Bäume. Im Gesetz wird genauestens festgelegt, wie nah diese an Zäunen stehen dürfen und wie hoch sie wachsen dürfen, wenn die Bäume Schatten auf das Grundstück des Nachbarn werfen.

Tipps zum Nachbarschaftstreit

Man darf nicht vergessen, dass ein gerichtlicher Beschluss Kosten verursacht, die nicht zu unterschätzen sind. Und gerade in Anbetracht dessen, dass die Entscheidungen nicht immer gewiss sind, sollte man sich überlegen, ob man nicht eine andere Lösung findet.

Preisgünstiger ist in jedem Fall eine außergerichtliche Einigung, indem man beispielsweise einen Schiedsmann zu Rate zieht.

Noch besser ist sich gar nicht erst wegen Lappalien zu streiten, oder frühzeitig ein persönliches Gespräch zu suchen, so dass sich die Situation nicht über Jahre festfährt und man den Anfang des Nachbarschaftsstreit gar nicht mehr erinnert.